Ein Vortrag des brillanten Schweizer Insektenforschers André Mégroz. Die kleinen Tiere, so predigte er, seien mindestens ebenso spannend, wie die großen.
Wenn mit André die Leidenschaft durchgeht, schafft er es, selbst Barbaren für Tiere ohne Fell und Federn zu begeistern.
Der Vater dreier Kinder ist einer, der sich wegen der Insekten auch mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt. Einer, der Sätze sagt wie: „Das oberste Ziel aller Existenzen ist die Fortpflanzung. Wer das verstanden hat, schaut die Welt anders an.“
Und wegen der geradezu unfassbaren Schönheit im Tierreich könne er nicht anders, als ständig mit offenen Augen durch die Natur zu gehen.
Am 18. Mai 2026 erzählte er in seinem ebenso erfrischenden wie fesselnden Vortrag von Partnerschaften und vom Gemeinsam-Stärker-Sein. Lange Zeit galt Fressen-und-gefressen-werden, das Gesetz des Stärkeren, die Konkurrenz, als Treiber der Evolution. Inzwischen sind die Biologen jedoch der Ansicht, dass das Leben unsere Erde nicht durch Kampf erobert hat, sondern vor allem durch Zusammenarbeit.
André Mégroz zeigte, wie eine kleine Ameise den Speiseplan der Löwen verändert und wie aus einer Partnerschaft eine tödliche Feindschaft entstehen kann. Und immer wieder wies er auf die Parallelen zum Menschen hin. Seine Passion hat er vor sechzig Jahren bei der Betrachtung der Insekten-Sammlung des ehemaligen Heimatmuseums von St. Gallen entdeckt. Seitdem brannte in ihm das Feuer des Naturforschers:
„Ich könnte Tag und Nacht weitermachen. Und ich vergesse das Essen, das ist jeweils für meine Frau sehr mühsam. Die ist hungrig und ich sage: Ja, nur noch eine halbe Stunde, und dann wird es wieder länger und dann heißt es, ja in der Nacht, da muss ich dann nochmals weg. Das ist dann auch wieder etwas, etwas Eigenes, wenn man auch in der Nacht dann unterwegs ist. Aber meine Frau, die liebt mich und deshalb akzeptiert sie mich auch mit meinem Hobby.“
18. Mai 2026, 18.30 Uhr, Saal im 10. Stock
