Wir haben den Sternenhimmel verloren, weil unsere Städte den Himmel mit künstlichem Licht fluten.
Der ehrfürchtige Blick hinauf zu Tausenden funkelnden Lichtern, zur Milchstraße und zu den Sternschnuppen ist seit wenigen Jahrzehnten nur noch an seltenen, ausgewählten Orten möglich.
Was früher selbstverständlich war, gilt heute als unvergessliches Erlebnis.
Stattdessen haben wir uns daran gewöhnt, von einem weißlich-grauen oder orange verfärbten Nebel bedrückt zu werden.
Die Lichtverschmutzung trifft auch die Tierwelt.
Wenn es dunkel wird, beginnt für viele Arten das eigentliche Leben: Fledermäuse, Insekten, Eulen, Amphibien und andere sind perfekt an die Nacht angepasst – das künstliche Licht bringt ihre Lebensräume aus dem Gleichgewicht.
Der Biologe und Nationalpark-Ranger Christian Raffetseder legte dar, warum natürliche Dunkelheit für nachtaktive Tiere unverzichtbar ist und wie Lichtverschmutzung ihr Verhalten, ihre Orientierung und ihr Überleben beeinflusst.
Er erzählte vom Leben ausgewählter Arten wie Glühwürmchen, Waldkauz und Wiener Nachtpfauenauge, beschrieb, welchen Wert die Dunkelheit für unser Leben und unsere Gesundheit hat und stellte Lösungen für naturverträgliche Beleuchtung dar.
Die Zunahme der Lichtverschmutzung ist besorgniserregend: weltweit knapp zehn Prozent, europaweit sechs Prozent pro Jahr.
Christian Raffetseder ist Vorstandsmitglied des Vereins „Paten der Nacht – Österreich“ – eine Filiale der überparteilichen Organisation zur Eindämmung der Lichtverschmutzung mit Sitz in Deutschland.
16. März 2026, 18.30 Uhr
Titelfoto: ESO/Håkon Dahle (Creative Commons Attribution 4.0 International License)
Weitere Fotos von Rudi Eis, Manfred Christ, Christian Raffetseder
